Rothirschjagd in Chile

Rothirschjagd in Chile gilt als Geheimtipp. Sechs Tage sind wir erst durch Chile, dann durch Argentinien gereist – und in so kurzer Zeit haben wir mehr alte Hirsche gesehen als daheim in über dreißig Jahren.  Den Anfang machte ein Hubschrauberflug über die Anden. Jetzt befinden wir uns im Reich des Lalo von Conta, eines sympathischen und bescheidenen Rinderbarons, der sich den Luxus leistet, in seiner Freizeit Rotwildhege nach deutschem Vorbild zu betreiben. Er selbst stammt aus einer der zahlreichen deutschen Auswandererfamilien, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Chile kamen.

Als wir eines Morgens zu einem wunderschönen Hochsitz pirschen, können wir gleich vier verschiedene Brunftplätze auf einmal einsehen. Die meisten Hirsche dort sind aber noch etwas jung, da die Alten in diesem Jahr schon von anderen Gästen erlegt wurden. Da taucht hinter einem Zaun auf 300 Meter ein alter, einsamer Hirsch auf,  der immer wieder meldet. Mein Begleiter mahnt ihn an. Und siehe da: Der ungerade Vierzehnender überfällt den Zaun und zieht parallel zu uns.  Als er auf 160 Meter verhofft, erlege ich ihn,  und verspüre zugleich Aufregung und Demut. Demut vor der eigenen Vergänglichkeit. Und vor dieser Kulisse.

fineway.de/jagdreisen

Veröffentlicht von Jägermagazin

Foto: pixabay

(Visited 87 times, 1 visits today)