Kalte Waffen

Unter einer kalten Waffe versteht man in der Jägersprache eine waidmännisch verwendete Blankwaffe aus Metall, die ihre „Antriebskraft“ aus dem direkten Einsatz von Muskelenergie bezieht. Kalte Waffen zählen zu den ältesten Jagdwaffen. Bereits in der Steinzeit haben Jäger Klingenwaffen aus Feuerstein genutzt.

(Das Beitragsfoto zeigt als Rarität das PUMA Löwen und Kaffernbüffel Unikat des Solinger Messerherstellers PUMA zum  Preis: von  1.199 Euro)

Für vielfältige Arbeiten bei der Jagd und für das eventuelle Töten von und für Arbeiten am erlegten Wild braucht der Jäger ein Jagdmesser.  (Bild bei Askari) Prinzipiell ist dafür fast jedes stabile Messer brauchbar. Doch im Laufe der Zeit sind für die verschiedenen Aufgaben besondere Formen von Jagdmessern hervor gegangen.

Als Jagdmesser können grundsätzlich Klappmesser oder feststehende Messer verwendet werden. Feststehende Messer werden aus Gründen der Stabilität, der Sicherheit und der leichteren Reinigung bevorzugt. Nach der „roten Arbeit“ ist aus der Mechanik des Klappmessers und aus der Fuge im Heft das Blut nur schwer zu entfernen. Die Klingenlänge ist zumeist 10–15 cm. Eine Ausnahme bilden der Hirschfänger und das Waidblatt, diese haben oft eine Gesamtlänge von über 70 cm.

Da der Jäger für die Wildarten und die Arbeiten an den erlegten Stücken unterschiedliche Messer benötigt, trägt mancher Jäger in einer entsprechenden Scheide oft regelrechte Waidbestecke. Diese Messer müssen stabile und rutschfeste Griffe haben, die oft aus Hölzern oder Hirschhorn gefertigt sind. Auch hierfür gilt, je einfacher eine gründliche Reinigung wird, desto geeigneter ist das Messer. Zu erwähnen sind noch klappbare Jagdmesser, die über mehrere eingesetzte Klingen verfügen oder so genannte Wechselklingen haben, die nach Gebrauch ausgewechselt werden können.

Die wesentliche Funktion eines guten Jagdmessers ist das Aufbrechen (das Herausnehmen der Eingeweide) erlegter Tiere. Hat der Jäger nur ein Messer bei sich, muss er damit auch ein Tier Abfangen (Stich in Brust oder Herz) oder Abnicken (Stich in das Rückenmark am Schädel) können, wenn das erlegte Wild nicht sofort tot ist.

Zum Enthäuten („aus der Decke schlagen“, „Abschwarten“, „Abbalgen“) und Zerlegen (Zerwirken) braucht es meist Spezial-Messer (das braucht der Metzger/Schlachter letztlich auch). Nicht wenige Jäger führen zum Universalmesser ein spezielles Aufbrechmesser mit (die Klinge kann Bestandteil eines Klappmessers sein), dessen typische Merkmale eine einwärts gekrümmte Klinge und eine stumpfe Spitze (oft als „Knopf“ ausgebildet) sind. (Bild bei Hubertus Fieldsports).
Nachdem die Körperhöhle des erlegten Tieres über dem (Schloss (entspricht dem Schambein beim Menschen) wird es mit der Schneide nach oben unter der Haut geführt. Diese Technik und die stumpfe Spitze vermeiden die Verletzung der inneren Organe (evtl. des Darms), was sonst zu einer Qualitätsminderung des Fleisches führen kann.

(Visited 160 times, 1 visits today)