Erfolgreich Prädatoren bejagen

Ein Luderplatz ist eine jagdliche Einrichtung zum Anlocken von fleischfressenden Tieren. Die Anlockung dient der Bejagung und der Beobachtung. Als Lockmittel werden Teile von Tieren, auch Fisch, verwendet. Auch fleischliches Haustierfutter wird verwendet. (wikipedia)

Ein Luderplatz sollte rund 25 Meter von der Kanzel entfernt angelegt werden.  Für die Anlage eines solchen Platzes gibt es verschiedene Empfehlungen, von denen jede für sich überzeugend klingt.

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V.  bevorzugt diese Lösung.

Das Luder sollte mit einem Spaten, auf drei bis fünf Löcher verteilt, eingegraben werden. Diese Vorgehensweise hat mehrere Vorteile:

– Fliegen können sich nicht auf das Fleisch setzen und Eier legen,

– Spaziergänger mit Hunden finden das Luder nicht so einfach,

– Sind die Löcher, in dem das Luder vergraben ist, mit Stöcken versehen, lässt sich leicht kontrollieren, ob der Luderplatz angenommen wurde,

– Mäusebussard oder andere Greifvögel können nicht an das Luder gelangen,

– Die Verwesung setzt an heißen und sonnigen Tagen nicht so schnell ein.
Zu bedenken ist, dass Raubwild nur frisches Luder annimmt und vergammeltes oder mit Maden befallenes Fleisch i.d.R. meidet. Die oft beschriebenen Luderschächte sind daher nicht zu empfehlen.

Jungjäger.de geht von anderen strategischen Überlegungen aus:

Am besten ist es, den Luderplatz auf rund 15 Quadratmeter spatentief auszuschachten. Dort hinein wird Pferdemist gefüllt. Bei der Aufschichtung werden ein paar Kirrbrocken eingegraben. Weitere Vorteile von Mist sind:
• Das Luder ist für Krähen unsichtbar.
• Wird der Misthaufen oberflächlich geglättet, kontrolliert es sich sehr einfach, ob der hungrige Fuchs zu Besuch war.
• Das Luder ist bei Frost durch die Wärmeentwicklung des Mis­tes immer noch vom Fuchs zu erreichen.
• Füchse kennen Misthaufen oft von Bauernhöfen, wo immer etwas zu finden ist.
• Durch das helle Stroh ist der Kontrast zum Fuchs auch bei schlechterem Licht oft noch ausreichend.

Jagdforum 24.de schlägt eine „Eisbombe“ als Krönung der Luderplatzbestückung vor:

Ein Zehn-Liter-Eimer wird mit dem Aufbruch von der Niederwildjagd gefüllt. Das Gemisch aus Federn, Läufen, Bälgen, Innereien und Köpfen wird mit Wildschweiß und Wasser aufgefüllt. Den Eimer stellt man in die Gefriertruhe und holt ihn zwei bis drei Tage später wieder heraus. Nach kurzer Antauphase wird der Inhalt ohne Eimer in einem Erdloch vergraben. Lediglich fünf Zentimeter Erde sollten die „Eisbombe“ bedecken. Selbst bei milden acht bis zwölf Grad Celsius bleibt das Eis relativ lange gefroren.

Der gute alte Pferdemisthaufen hat auch heute noch nicht ausgedient. Warum Pferdemist und kein Rindermist? Erstgenannter speichert die Wärme wesentlich besser. Selbst bei starkem Frost und langanhaltenden Minusgraden sind Füchse in der Lage, an das Luder im Mist zu gelangen. Der Reiz besteht darin, dass das Wild nach einigen Tagen immer besser an die Leckereien herankommt.

Ein bewährtes Mittel, um eine höhere Lockwirkung zu erzielen, ist das sternförmige Ziehen von Schleppen vom Luderplatz weg(!). Ob nun Kanin oder Hase: Dadurch wird die Wittrung zum Luderplatz hin intensiver. Je nach Gegebenheit im Revier werden die Duftbahnen bis zu 500 Meter gezogen. Kartoffelnetze mit Luderbrocken eignen sich dafür ebenfalls gut.

Auf den bekannten Luderschacht sollte man verzichten. Das eingegrabene 30er Betonrohr, mindestens 95 Zentimeter in die Erde gelassen, führte in der Vergangenheit häufig dazu, dass diese Rohre zu reinen Madenzuchtanlagen wurden. Es stank erbärmlich, die Wirkung ließ jedoch zu wünschen übrig.

Eine völlig andere Betonrohr-Methode schlägt Christian Lintow,  Berufsjäger im NSG Lange Rhön, in diesem pdf vor: (JiB_11_11_fuchs_ludern)

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