Jagd und Tierschutz

Jäger sind allzuoft der Kritik von Tierschützern ausgesetzt. Der Vorwurf, Jäger würden aus Lust am Morden oder der Trophäen wegen jagen, führt nicht selten zu Auseinandersetzungen mit überzeugten Tierliebhabern – nicht nur verbal. Auch Ansitze werden immer wieder zerstört oder gar in Brand gesetzt und Autos der Jäger werden beschädigt.

Die Tierschutz-Organisation PETA zitiert auf ihrer webseite aktuelle wissenschaftliche Studien und Stellungnahmen renommierter Wildbiologen, denen zufolge die Jagd unnötig und sogar kontraproduktiv sei. PETA unterstellt, die Jägerschaft versuche, ihr ‚blutiges Hobby‘ mit Unwahrheiten und Stammtischparolen zu rechtfertigen und bezeichnet die Argumente für wichtige Aufgaben der Jäger als Jagdmythen.

„Der Konflikt zwischen einem Förster, der jeden Biß ins Grün der Bäume als Schaden fürchtet, und einem Jäger, der für sein Geld möglichst viel Wild sehen und schießen möchte“, ist nach Ansicht des Biologen Einhard Bezzel (Garmisch-Partenkirchen) jedoch ein „sinnloser Dauerbrenner“.


Das geheime Bewußtsein der Pflanzen

Pflanzen haben mehr Sinne als wir Menschen. Sie haben Gefühle und empfinden Schmerzen. Sie können sehen, hören, riechen und haben ein Zeitempfinden. Immer mehr Forscher bescheinigen Pflanzen eine besondere Form der Intelligenz. Der Wissenschaftsjournalist Joseph Scheppach präsentiert sensationelle Erkenntnisse aus der Pflanzenwelt und erschließt uns ihr geheimes Leben.


Auf einer Tagung der Evangelischen Akademie in Bad Herrenalb, sprach sich Bezzel daher für mehr Offenherzigkeit im Disput zwischen Förstern, Jägern und Naturschützern aus: Jäger sollten eigene Interessen mit Nachdruck vertreten, auch wenn sie sich gegen die Natur richten. Ein „falsche Zungenschlag“ komme jedoch in die Debatte, weil man Eigeninteressen gegen die Natur gern mit ein paar grünen Sprüchen bemäntele und mit Recht davon ausgehen könne, dadurch Ja-Sager bei Ignoranten und nötige Stimmenmehrheiten zu gewinnen.

Das Bundesjagdgesetz legt den Jagdberechtigten strenge Regeln auf. Jäger, die sich nicht daran halten, verlieren ihren Jagdschein und damit auch das Recht, die oft teuer erworbenen Waffen weiterhin zu besitzen.

Das Jagdrecht
§ 1 Inhalt des Jagdrechts
(1) Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.
(2) Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen
angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner
Lebensgrundlagen; auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt. Die Hege muß so durchgeführt werden, daß Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.
(3) Bei der Ausübung der Jagd sind die allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.
(4) Die Jagdausübung erstreckt sich auf das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen von Wild.
(5) Das Recht zur Aneignung von Wild umfaßt auch die ausschließliche Befugnis, krankes oder verendetes Wild, Fallwild und Abwurfstangen sowie die Eier von Federwild sich anzueignen.
(6) Das Jagdrecht unterliegt den Beschränkungen dieses Gesetzes und der in seinem Rahmen ergangenen landesrechtlichen Vorschriften.
Das deutsche Jagdrecht verpflichtet den Jäger, bei der Ausübung seiner Tätigkeit die „allgemein anerkannten Grundsätze deutscher Weidgerechtigkeit zu beachten.“ Unter dem Begriff Weidgerechtigkeit werden ethische Normen und Regeln zusammengefasst, die den Jagdberechtigten dazu verpflichten, das Tier als Mitgeschöpf zu achten und ihm vermeidbare Leiden zu ersparen.



Lackenbach (II): Rehe, Sauen, Füchse

im zweiten Teil seiner „Lebensbeichte“ öffnet der ehemalige Berufsjäger seine Revierbücher hinsichtlich der Rehe, Sauen und Füchse. Insbesondere beim Rehwild gelang es dem Berufsjäger mit ganz einfachen Maßnahmen, aus einer regelrechten „Krankenanstalt“ in kurzer Zeit unglaublich starke Böcke heranzuhegen. Wie dies möglich war, beschreibt er im umfang¬reichsten Kapitel dieses Buches. Aufgrund der vielen Originalfotos kann sich der Jäger gleich¬zeitig in der Altersansprache am erlegten Stück üben: Jede Menge wirklich alte Böcke bieten dazu reichlich Gelegenheit. „Winter im Revier“ – das ist der zweite Schwerpunkt dieses Werkes. Denn selbstverständlich spielten auch die Sauen im „Oberen Wald“ eine gewichtige Rolle. Die ganz besondere Leidenschaft des Berufsjägers galt aber der winterlichen Fuchsjagd. Diese betrieb er derart intensiv, dass man im Früh¬jahr im ganzen Großrevier fast keine Fuchsspur mehr fand.


Hege genannt, sind alle Maßnahmen, die der waidgerechte Jäger zur Pflege, zum Schutze und zur Hebung des Wildbestandes anwendet, damit ein angemessener, artenreicher, kräftiger und gesunder (d.h. dem Biotop angepasster) Wildbestand entsteht und erhalten bleibt.

Hege mit der Büchse, eine Verfahrensbeschreibung von Ferdinand von Raesfeld mit der die Steuerung des Wildbestandes in Qualität und Quantität durch selektiven Abschuß erreicht werden soll.

Geht der Wald durch die Jagd vor die Hunde?
Für Joachim Streitberger, Bezirksjägermeister von Südbaden, sind die Ziele von Jagd und Naturschutz durchaus identisch. Die Jagd könne als „angewandter Naturschutz“ bezeichnet werden. Der Jäger sei keineswegs „der Hemmschuh, an dem der deutsche Forst vor die Hunde geht“. Laut Streitberger tragen die Jäger nicht die alleinige Schuld am enormen Zuwachs an Rot- und Rehwild in den Wäldern, das eine natürliche Verjüngung des Baumbestandes durch Verbiß verhindere. Viele Probleme in den Forsten seien hausgemacht. (So werden z.B. bei der Verjüngung des Baumbestandes manche Fehler gemacht und die übermäßige Anlage von Waldwegen verhindere, daß das Wild ruhige Einstände finden könne).

Das Schießen allein macht den Jäger nicht aus.
Wer weiter nichts kann, bleibe besser zu Haus.
Doch wer sich ergötzet an Wild und an Wald,
auch wenn es nicht blitzet und wenn es nicht knallt.
Und wer noch hinaussieht zur jagdlosen Zeit,
wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit,
wenn mager die Äsung und bitter die Not
und hinter dem Wilde einherschleicht der Tod
und wer ihm dann wehret, ist Waidmann allein,
der Heger, der Pfleger kann Jäger nur sein.

„Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, weidmännisch jagt, wie sichs gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!“

Beitragsfoto: pixabay

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