Efeu – Sinnbild für Freundschaft und Treue

Auch im strengsten Winter bleibt der Gemeine Efeu grün. Wird die ausdauernde krautige Pflanze als Bodendecker verwendet, kann sie schnell zur Gartenplage werden. An seinen Sproßachsen bildet er sehr schnell und in dichtem Abstand sogenannte Adventivwurzeln, über die er weitere wachstumsfreudige Triebe bildet. Sobald Bäume, Zäune oder Mauern erreicht werden, klettert der Efeu mittels Haftwurzeln daran empor und erklimmt Höhen von 20 oder auch mal bis zu 30 Metern.

Der Gemeine Efeu ist der einzige in Mitteleuropa einheimische Wurzelkletterer. Nach einigen Jahren beginnen die Sproßachsen zu verholzen; dann kann er regelrechte Lianen bilden. Efeu kann 450 Jahre alt werden. Verholzte Stämme erreichen oft einen Durchmesser von 10 bis zu 30 Zentimeter.
Während der ganzen Vegetationszeit von März bis Oktober werden Laubblätter gebildet, zwischen April und Mai aber besonders viele. Je nach Lichteinfall sind die Laubblätter (Schatten- und Sonnenblätter) unterschiedlich gefärbt. Die einzelnen Laubblätter überdauern circa drei bis vier Jahre; ältere Blätter werden im späten Frühling abgeworfen. Dann beginnt auch die Blütezeit, die sich bis in den Sommer hinein zieht. So liefert der Efeu eine wichtige Nahrungquelle für Bienen, Wespen und Schwebfliegen. Unter den Schmetterlingen liebt der Admiral den Efeu. Als Besonderheit sei die Efeu-Seidenbiene erwähnt, die den Efeu-Pollen zur Aufzucht ihrer Brut benutzt.

Sämtliche Pflanzenteile des Gemeinen Efeus sind giftig. Anzeichen einer Vergiftung können schon nach Einnahme von zwei bis drei Beeren auftreten: Brennen im Rachen, Durchfall und/oder Erbrechen, Kopfschmerzen, erhöhter Puls, Krämpfe. Werden trotz des extrem bitteren Geschmacks größere Mengen aufgenommen, kann es zu Schock und Atemstillstand kommen. Es wird auch von heftigen Hautreaktionen bei Berühung mit dem Saft der Beeren berichtet.

In der Volksheilkunde wird ein Efeu-Umschlag bei Nervenschmerzen empfohlen. Salbenzubereitungen aus Efeublättern werden wegen ihrer expektorierenden und spasmolytischen Wirkung erfolgreich bei Bronchialerkrankungen, Krampf- und Reizhusten angewendet. Auch in diesen Fällen sollte auf behutsame Dosierung geachtet werden. Historisch wird auch von der empfängnisverhütenden und sogar abtreibenden Wirkung der Pflanze berichtet – was vermutlich auf die toxische Wirkung zurückzuführen ist, deshalb die deutliche Ermahnung: „Alle frommen Frauen sollen sich hüten, von diesem Safte gekochte oder gebrannte Wasser zu sich zu nehmen“.


 Die Heilkraft des Räucherns
Räuchern unterstützt und begleitet uns in vielen (Not-)Fällen des Lebens. Es hilft dem Körper, Kraft zu gewinnen, und dem Geist, ruhig und achtsam zu werden. Räuchern weitet den Horizont und regt die Selbstheilung an.
Im Jahreskreis haben uns Räucherrituale schon immer begleitet: zu Allerheiligen, Lichtmess, Ostern, zur Sommer- und zur Wintersonnenwende sowie in den Raunächten zwischen Weihnachten und dem Drei-königstag.
Bei Geburten, Hochzeiten, Todesfällen und in Krankenzimmern wird auch heute noch geräuchert. So wirkt beispielsweise Fichtenharz im Raum desinfizierend und keimtötend. Und auch in der ganzheitlichen Naturheilkunde kommen spezielle Kräuter und Harze zum Einsatz: -Lärchenharz etwa bei Erkrankungen der Atmungsorgane oder Wacholderbeeren bei Quetschungen und Geschwülsten. Bei seelischer Unruhe helfen Räuchermischungen aus Rose, Alant, Lavendel und Zirbe.


Im klassischen Altertum war der Efeu als heiliges Gewächs den Göttern des Weines geweiht. Der altägyptische Osiris, der griechische Dionysos und der römische Bacchus wurden mit Wein- und Efeulaub bekränzt abgebildet. In Griechenland trug man bei festlichen Gelagen Efeukränze, weil die Blätter einerseits die bacchische Begeisterung wecken sollten, andererseits den Kopf kühl hielten. Auf Festen zu Ehren des Gottes Bacchus wurden sogar die Trinkbecher mit Efeu berankt.

Dichter bekränzte man mit Efeu, weil er auch eine heilige Pflanze des Gottes Apoll und der Musen war. In der Antike ist er deshalb bereits gärtnerisch angebaut worden, obwohl man schon damals wußte, daß diese Pflanze Mauerwerk und Bäumen schaden kann.
Efeu steht für immerwährendes Leben. Deshalb betteten die ersten Christen gläubige Verstorbene auf Efeu, Nichtbekehrte auf Zypressen. Man brachte damit zum Ausdruck: wer in Christo getauft sei, der sei unsterblich, die Ungetauften aber seien ohne Hoffnung auf Auferstehung, gleich den Zypressen, die einmal gefällt, nie mehr nachwachsen. Wenn heute Grabstätten häufig mit Efeu bepflanzt werden, so ist das eine meist unbewußte Nutzung des Symbols vom ewigen Leben.

Da der Efeu nicht bestehen kann, ohne sich anzuschmiegen, ist er seit alters her auch Sinnbild für Freundschaft und Treue. Schon im Altertum war der Efeu Sinnbild dieser Tugend und des ewigen Lebens. Braupaare erhielten einen Efeuzweig als Symbol immerwährender Treue – auch über den Tod hinaus.

Foto: pixabay.com

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