Die rote Arbeit

Also, ich sag mal, nach dem Schuß gedenken wir der Kreatur und als nächstes an die Wildbrethygiene. Wir wollen schließlich nur Fleisch von bester Qualität in Umlauf bringen respektive selbst verzehren. Deshalb schlagen wir das Wild nicht ohne Sinn und Verstand aus der Decke und denken auch an die Trophäe und den Präparator.

Ein wichtiger Grundsatz: Sauber Aufbrechen!

Dazu hängen wir das Stück mit dem Haupt nach unten auf, indem die Hinterläufe mit einem Wildgalgen aus Edelstahl gespreizt werden. So lassen sich Verunreinigungen von Keulen und Rücken durch Schweiß oder (schlimmer noch) Panseninhalt größtenteils vermeiden. Um im Wald aufzubrechen, ist das die beste Methode.

Um den Wildgalgen zu befestigen, setzt man an den Hinterläufen einen Schnitt hinter der Achillessehne und steckt duch die beiden Schlitze den Wildspreizer. Es gibt auch Modelle, bei denen ist der Wildspreizer mit dem Wildgalgen verbunden.

Hängt nun das Wild mit dem Haupt über dem Boden, beginnt das Aufbrechen. Ringeln ist beim hängenden Stück nicht unbedingt notwendig, wer dennoch die bewährte Methode anwenden möchte, erspart sich damit, das Schloß aufzubrechen.

Jagderlebnisse in Nordamerika

Nordische Wälder

Als Schloß wird die Symphyse bezeichnet, an der die Beckenknochen vorn zusammengewachsen sind. Diese Stelle kann bei einem noch jungen Stück mit einem scharfen Messer geöffnet werden, bei einem älteren muß es mit einer kurzen Säge geöffnet werden. Die Gefahr, daß man dabei die Blase verletzt und Blaseninhalt in die Bauchhöhle kommt, ist gegeben. Beim hängenden Stück wird diese Gefahr durch das Ringeln vermieden. Dazu wird der Enddarm am After von der umliegenden Haut abgetrennt und nach vorne über die Bauchhöhle – die zuvor mit einem vorn stumpfem Messer geöffnet wurde – entnommen.

Im Prinzip ist es leicht, den Darm samt der Mägen (Rehwild hat 4 an der Zahl) sauber zu entnehmen, wenn zuvor mit dem an der Spitze abgestumpften Messer die Bauchdecke aufgetrennt wird und das Brustbein mit einem Sägemesser geöffnet wird. Luft- und Speiseröhre lassen sich dann hinter dem Lecker abtrennen und der gesamte Inhalt (vom Enddarm bis zur Speiseröhre) kann entnommen werden.

Wer möchte, kann diese Eingeweide vergraben oder zum Luderplatz bringen, um Fuchs oder Dachs zu bejagen.

Nach der roten Arbeit kommt das Stück zum Auskühlen für mindestens 2 Tage in einen großen Kühlschrank, den jeder Jäger (oder zumindest ein Jagdkollege) zuhause hat.

Später kommt das Zerwirken an die Reihe, um das Stück in portionsgerechte Teile zu zerlegen.

Beitragsfoto: pixabay.com

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