Ernüchternde Bilanz bei Windkraftanlagen

Die Vogel- und Fledermausbestände sind zurückgegangen. Kein einmalig schöner Sternenhimmel gibt den Blick auf die Milchstraße frei. Den Kometen Hale-Bopp könnten wir nicht mehr am nächtlichen Firmament sehen. Alles ist  zu Gunsten eines trügerischen Fortschritts dezimiert. Von einst 20 Rotmilanen ist kein einziger geblieben. Nur noch ein paar Meisen und wenige Schmetterlinge haben sich halten können. Schmerzlich vermisst man den schönen Dompfaff, die Nachtigall, das Rotkehlchen und die Fledermaus.
Zum Ausbau der Windräder walzen tausende Schwerlaster durch Schlagloch übersäte Straßen und durch der Verwahrlosung preisgegebene Dörfer. Mit ihrem Feinstaub und ihren Dieselabgasen ruinieren sie auch noch das letzte Reinluftgebiet. (beklagt Robert Niebach auf der Seite von Vera Lengsfeld)

Viele der Windkraftanlagen erreichen vorzeitig ihren Lebensabend. Die Triebköpfe verschleudern Öle und Fette auf die darunter liegenden Ackerböden. Kontaminierte Trinkwasserbrunnen sind keine Seltenheit.

Welchem Unsinn sind die verirrten Klimaretter eigentlich aufgesessen?

Der Erntefaktor (engl. „EROEI“ bzw. „EROI“ = Energy Returned On Energy Invested) ist eine der wichtigsten Kennziffern zur Beschreibung von Effizienz einer energetischen Anlage. Der EROI ist schlicht das Verhältnis der „geernteten“ Energie zu der investierten, wobei jeweils der gesamte Lebenszyklus einer gegebenen energetischen Anlage zu betrachten ist, von deren Bereitstellung, inkl. Rohstoffbeschaffung, Primärenergie etc. über den Betrieb bis hin zur Stilllegung und ggf. Entsorgung der Anlage.

Mit anderen Worten, der Erntefaktor ist eine Art „energetische Rendite“, besagt er doch nichts anderes, als „wie viele Male“ man diejenige Energie aus einer Anlage herausbekommt (also „erntet“) – über deren gesamten Lebenszyklus hinweg – die man in sie hineinstecken musste.

Aber nun zu der eigentlichen Überlegung: Wenn der EROI für Windkraft gleich 4 ist (wie behauptet), so müsste sich eine auf 20 Jahre ausgelegte Anlage definitorisch nach etwa 5 Jahren energetisch vollständig amortisiert haben. Mit anderen Worten, nach einem 5-jährigen Normalbetrieb müsste ein Windpark genug Energie abgeliefert haben, um einen vergleichbaren Windpark hieraus errichten zu können – und zwar von der Beschaffung der Rohstoffe, über die Herstellung der Anlagen, bis hin zur Lieferung, Inbetriebnahme, Maintenance (während dieser 5 Jahre) und einem 1/4-Anteil an der anschließenden Stilllegung und Entsorgung.

Wir wollen es genauer wissen und deshalb stürzen wir uns in die akribische Arbeit, die im Wesentlichen darin bestehen wird, Zahlen zusammen zu tragen und aufzuaddieren, die u.U. gar nicht bekannt sind bzw. solche, die man uns womöglich gar vorenthalten möchte. Von daher brauchen wir genauere Informationen z.B. über den Materialaufwand eines Windparks, den energetischen Aufwand bei der Herstellung jeweiliger Stoffe und Bauteile, Aufwendungen für Installation und Inbetriebnahme, Betrieb inkl. Wartung, dann Stilllegung, Entsorgung bzw. Recycling der gegenständigen Windparks – und vieles mehr.

Zu welch kläglichen Resultaten man beim EROI von Windkraftanlagen tatsächlich kommt, ist hier berechnet.

Die genauere Berechnung des EROI für die exemplarischen Offshore-Windparks „Amrumbank West“ bzw. „alpha ventus“ wurde indes auf den Teil 2 der Studie vertagt. Diese Berechnung gilt es nun hier nachzuholen.

Wie kann man aber Informationen bekommen, die gar nicht da sind, weil sie z.B. gar nicht da sein sollen? Nun, eines der Mittel hierzu und somit einer der wesentlichen Bestandteile der Methodik in der vorliegenden Studie besteht in der Extrapolation. Auf den knappsten Nenner gebracht handelt es sich um ein Hochrechnen von Daten von einem Windpark „X“ auf einen anderen Windpark „Y“ – vorausgesetzt, diese unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Größe. In unserem Falle sind „AV“ und  „αv“ zwei solche Windparks, wobei „αv“ bereits seit ein paar Jahren läuft und in der Zwischenzeit gar eine Studie zur ökologischen Auswirkungen an der Ruhr Universität Bochum erfahren hat. Die hier gewonnenen Erkenntnisse nahmen wir dankend an und verwenden diese in der vorliegenden Studie im Sinne der o.g. Extrapolation.

Et voila. Wir rechnen stets konservativ – frei nach dem Motto „in dubio pro Amrumbank West“.  Jede Abrundung zugunsten von „AW“ kennzeichnen wir sodann mit, um dem Leser nachher zu ermöglichen, Anhaltspunkte für einen möglicherweise noch niedrigeren EROI als errechnet einfach wiederfinden und zusammenzählen zu können.

Hier noch einmal der Link zur gesamten Studie.

Dies hier vorgestellte Buch könnte auch heißen „was in Deutschland so alles schief läuft und warum“, da es sich nicht nur mit der bisher verfehlten Energiewende, sondern auch mit vielen anderen gesellschaftlichen Problemen, wie Eurorettung und Masseneinwanderung, beschäftigt. Es ist sehr dicht, faktenreich, gut recherchiert und gut lesbar geschrieben. Grüne Ideologen dürften allerdings ab der ersten Zeile Schnappatmung bekommen. (Rezension bei amazon)

In Bezug auf das eigentliche Thema „Energiewende“ liefert das Buch eine Fülle gut belegter Fakten. Hier wird klar, daß der überwiegende Teil des durch Sonne und Wind erzeugten, sehr teuer geförderten Stroms im Land selbst nicht gespeichert und auch sonst nicht verwendet werden kann. Deutschland exportiert im Saldo 60 TWh Strom – 8% des gesamten Aufkommen! Das Ausland nimmt diesen Strom zu Schleuderpreisen oder gar nicht ab, Polen hat bereits „Abwehrmaßnahmen“ im Netz ergriffen. In Österreich und den Niederlanden gehen die einheimischen Stromerzeuger pleite, weil die Stromschwemme aus Deutschland die Preise zu sehr drückt. Tatsache ist, daß das Stromnetz auch heute ausschließlich durch konventionelle Energieerzeugung getragen wird (Kohle, Gas, Kernenergie), die EE spielen darin nur eine negative, störende Rolle. Die EE wird teuer erzeugt, teuer ins Netz eingespeist und dann – teuer vernichtet, etwa durch Abregeln oder durch Verschleudern ins Ausland. Das verschweigen Ihnen Regierung und Medien gleichermaßen – Köchy deckt es im Detail auf.

Mit 10 Jahren eigener Erfahrung in der Leitung Virtueller Kraftwerke kann ich durchaus beurteilen, wie Recht der Autor hat. Zwar teile ich den Pessimismus des Autors nicht, daß das alles so gar nicht zu reparieren und zu verbessern sein soll, aber er macht seinen Punkt sehr überzeugend klar, daß es so wie es ist jedenfalls nicht funktionieren wird. Eine radikale Wende in der Energiepolitik tut not: riesige Speicher und weitere Dezentralisierung müssen her, oder die Energiewende ist nur teuer und sinnlos.

Photovoltaik- und Windenergie II

Die Zerstörung des Strommarktes durch dirigistische staatliche Eingriffe, hat zwischenzeitlich dessen vorrangige Funktion  – nämlich die, für wirtschaftliche Entscheidungen und Investitionen  die richtigen Signale zu liefern – so zerstört, dass innovative Lösungen, die für das Gelingen der „Energiewende“ zumindest „physikalisch“ zur  Verfügung stehen, aufgrund der durch das politische Eingreifen hervorgerufenen Fehlsteuerungssignale des Marktes,  nicht zum Ansatz kommen können. Drastisch ausgedrückt: Faktisch verhindert die Politik , gerade durch ihr Eingreifen in Form des EEG-Gesetzes damit selbst, dass die Energiewende gelingen könnte. Wir erläutern unter anderem dies in folgendem Beitrag. (Mehr hier)
„Wenn Du merkst, daß ein Handel nicht durch Zustimmung sondern durch Zwang zustande kommt, wenn Du erkennen musst, daß du, um zu produzieren, eine Erlaubnis von Menschen bekommen mußt, die nichts produzieren, wenn Du siehst, daß Geld zu denen fließt, die nicht mit Waren handeln, sondern diese nur für sich ausnutzen, wenn Du feststellst, daß manche Menschen durch Gaunereien und bezogene Vergünstigungen viel reicher werden als durch ehrliche Arbeit und die Gesetze dich nicht vor Machenschaften schützen, die Gesetze sie aber vor dir schützen, wenn du siehst, daß Korruption belohnt wird und Ehrlichkeit nur zur Selbstaufopferung führt, dann merkst Du vielleicht, daß deine Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist.“  (Ayn Rand)

Beitragsfoto: pixabay.com

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