Zwischen Tag und Dämmerung

Hier sitze ich nun wieder vier Meter über dem Waldboden. Noch ist Winter. Abenddämmerung. Die Büchse habe ich in die Ecke gestellt. Der Wind bewegt sacht das trockene Laub junger Buchen. Eine Amsel schimpft laut. Nach dem langen Regen rauscht der nahe Bach wieder. Ganz weit entfernt fahren Autos.

Meine Gedanken verlieren sich in der Urzeit der Jägerei. Menschen jagten mit Speeren und ihren bloßen Händen. Wilde Tiere waren Grundnahrungsmittel, Fell und Knochen wurden für Kleidung und Werkzeuge gebraucht. Erst durch erfolgreiche Jagd war der Bestand einer Sippe denkbar.

Viele Begriffe der Jägersprache zeugen von einer langen Tradition, eine Kultur voll gesammeltem Reichtum – wie in der Kunst, in der Philosophie. Wer dieses Erbe gering schätzt, hat nicht begriffen, aus welcher unverwechselbaren Tradition es rührt. Das ist viel mehr als jagdliches Brauchtum, Jägersprache und Weidgerechtigkeit. Es ist Teil der europäisch-abendländischen Leitkultur. Eine Störung bahnt sich an.

Um den Reichtum verschiedener Kulturen zu bewahren, darf man nie eine gewaltsame Vermischung betreiben. Ein Krieg kann zwar dem Stärkeren einen Sieg, Land und Bodenschätze bringen, aber die Folgen für das eroberte Volk sind katastrophal. Ob jemals ein Ausgleich zwischen Eroberten und Eroberern möglich wird, kann erst nach langer Zeit die Geschichte zeigen.

Nach 1945 wollte und durfte das deutsche Volk sich nicht an den schwierigen Fragen die Finger verbrennen. (Gerard Menuhin) Ab den siebziger Jahren sorgten sich die Deutschen für die Umwelt. Damals kam die Grüne Partei auf, leider linksstehend und von Chaoten überfüllt. Als sie an die Macht kamen, wurden sie eine typische, etablierte Partei. Plötzlich wurde die Außenpolitik ihre Domäne und dank ihrer zerstörerischen anti-deutschen Gedanken haben sie die Schleusen zur Einwanderung geöffnet, die heute durch die CDU sperrangelweit aufgerissen sind, so dass ungezählte wirklich Hilfesuchende zusammen mit Wirtschaftsflüchtlingen, Gewalttätern und Terroristen ins Land einfallen können. Kritik an dieser Politik wird immer weniger geduldet.

An der Kirrung taucht eine Geiß mit ihrem Schmalreh auf. Beide plätzen nach Maiskörnern. Plötzlich stellt die Geiß ihre Lauscher auf, äugt in meine Richtung, um nach einer Weile mit dem Schmalreh gemächlich davon zu ziehen. Sehr vertraut, ohne jede Panik, aber vorsichtig. Der Wald strahlt wieder tiefen Frieden aus. Von der Gewalt, die es auch in der Natur gibt, ist im Augenblick nichts zu ahnen.

Beitragsfoto: pixabay.com

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